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Werberelevante Zielgruppe – Eine Satire

Die Sendung „Gottschalk live“ läuft nicht so gut? Das ist schade, aber hinnehmbar. Jemand von der ARD sagte vor Kurzem sinngemäß, dass man die werberelevante Zielgruppe zwischen 14 – 49-Jährigen nicht einfangen könne? Das ist nicht schön. Zugegeben, das ist eine sehr überschaubare Gruppe. Gerade in Hinblick darauf, dass ja befürchtet wird, Deutschland würde demnächst zu viele alte Menschen und zu wenig Nachwuchs haben.

Das weiß aber die werberelevante Werbeindustrie noch nicht. Sie weiß offensichtlich auch nicht, dass wir mit 50 Jahren nicht sterben, auch nicht von der Scheibe fallen, sondern ab und zu doch das eine oder andere Produkt konsumieren. Aber da die Werbeindustrie und das Privatfernsehen ihre werberelevante Zielgruppe zwischen 14-49 sicher mit etlichen statistischen Werten untermauern können, irre ich mich wohl und ab 50 sind wir nicht mehr relevant.

Das führt mich folgerichtig zu einem schwierigen Thema, das ich hier öffentlich diskutieren möchte:

Was machen wir, wenn wir das 49ste Lebensjahr vollendet haben und aus der werberelevanten Zielgruppe gefallen sind?

Ich bin sicher, dass auch Sie diese Frage gar nicht mehr loslässt! Der Gatte hat jetzt noch knapp vier Jahre vor sich. Dann ist es soweit.

Er. Fällt. Aus. Der. Werberelevanten. Zielgruppe. Was soll nur werden??? Wir sind emsig dabei, uns auf den Tag X vorzubereiten. Schaffen wir die logischen Fakten:

  1. Natürlich wird der Gatte ab dem 49. Lebensjahr sein eigenes Zimmer mit eigenem Fernsehanschluss bekommen. Denn selbstverständlich wird der Gatte ab seinem 49. Lebensjahr nur noch das öffentlich rechtliche Fernsehprogramm empfangen können. Privatfernsehen steht ihm nicht mehr zu, da dieses nur die werberelevante Zielgruppe zwischen 14 – 49 versorgt.
  2. Des Weiteren arbeiten wir an einer Armbinde, die einen Text wie diesen aufgenäht haben wird: „Ich bin über 49. Deshalb kann ich nicht mehr konsumieren.“ Logischerweise lässt ab dem 49sten Lebensjahr das Bedürfnis nach Konsumartikeln, wie sie im hiesigen TV beworben werden, schlagartig nach. Aber da man ihm eventuell sein Alter nicht ansehen wird, muss man die Geschäftsinhaber, Kinobesitzer, Barbetreiber usw. irgendwie informieren, dass der Gatte nicht boykottiert, sondern nur von einem Tag auf den anderen jedes Konsuminteresse verloren hat.
  3. Es steht auch im Raum eine bundesweite Selbsthilfegruppe namens „Aus der werberelevanten Zielgruppe gefallen e.V.“ zu gründen, denn der Gatte wird lernen müssen zu akzeptieren, dass er nie wieder konsumieren wird. Das wird sicher so etwas wie Entzugserscheinungen mit sich führen. Eventuell muss er auch medikamentös eingestellt werden.

Es wird ja heute noch nicht viel angeboten, womit sich die 49+ Generation die Zeit vertreiben könnte. Meiner Ansicht nach ist der Zeitraum zwischen der DSDS-GNTM-werberelevanten-Gruppe und der Apothekenrundschau-Treppenlifter-Inkontinenzmaterial-relevanten-Gruppe, also zwischen 50 – 70 Jahren, noch nicht ausreichend erforscht. Es gibt noch keine interessierte Industrie. Auch Politiker haben sich dieser herumdümpelnden, werberirrelevanten Gruppe (zw. 50 – 70 Jahre) bisher nicht angenommen. Ich allerdings halte es für gefährlich diese Gruppe einfach sich selbst zu überlassen.

Und? Macht die Werbeindustrie da nicht die Rechnung ohne den Wirt? Sind nicht die Ü49 die Menschen mit dem angesparten Kapital und der Life-Crises, die zum konsumieren verführt? Nur so ein Gedanke. Hoffen wir, dass ich den Gatten gut durchbringe…

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