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Wie viele Schreibratgeber sind zu viele Ratgeber?

Ich habe jetzt einige Schreibratgeber gelesen, einen Online-Schreibkurs besucht, tagelang recherchiert, was genau eine Kurzgeschichte ausmacht, wie lang eine Szene in der Literatur zu sein hat und so weiter. Mein Kopf ist voll mit Daten und Fakten und Tipps und Verbesserungsvorschlägen und…

Dann sitze ich vor meinem Netbook vor einem leeren Worddokument, will losschreiben und…nichts. Mir rauschen die ganzen Tipps und Ratschläge durch den Kopf. ‚Daran musst du denken, den richtigen Zeitterminus verwenden, Szenen abgrenzen, Personen und Orte gut beschreiben, Spannung aufbauen‘ und das Worddokument bleibt leer.

Ich weiß, dass all diese Tipps und Verbesserungsvorschläge viel wert sind. Sie haben mich stets besser gemacht. Sie haben mich reifer gemacht.

Das Problem ist: Sie machen meine bereits geschriebenen Texte besser. Aber sie blockieren mich in der Neufindung von Geschichten. An manchen Tagen bin ich so gehemmt, dass ich bei jedem Absatz denke: ‚Hast du alles bedacht? Geht es noch besser? Reicht das? Was sagen die Ratgeber?‘

Ich sehne mich dann zurück an den Punkt, wo ich mich einfach an den PC gesetzt und losgelegt habe. Just do it! Ohne an sachliche Fakten zu denken. Ohne an Rechtschreibung und Grammatik zu denken. Einfach aus purer Lust am Schreiben.

Dann denke ich, dass ich vielleicht kein Autor für die Veröffentlichung bin, weil ich zu trotzig bin. Ich will meine Geschichten so, wie ich sie will. Und nicht so, wie es die Paragraphen des „Kreativen Schreibens“ von mir verlangen. Ich will frei sein mit meinen Geschichten, denn deshalb schreibe ich ja. Alles dann so umzubauen, dass es konsumfreundlich ist, erscheint mir eigenartig. Geht es hier nicht wieder nur um das Verkaufen?

Ein klares Nein! Denn Fakt ist, dass ich die Verbesserung gespürt habe. All die Schreibratgeber über „Kreatives Schreiben“ sprechen wahres Wort. Sie machen mich besser, sie machen meine Geschichten besser.

Aber zu viel Ratgeber ist auch nicht gut (für mich). Ich strebe zurück zu meiner Naivität. Gegebenenfalls gepaart mit ein paar wichtigen Fakten aus den Schreibratgebern. Auf das Verhältnis kommt es an.

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