Ein Kommentar

4 Tage an 5 Seen – Teil 2 – Au Restaurant – Olàlà

Was macht man, wenn man das falsche Zimmer im Hotel zugewiesen bekommen hat, weiß, dass man am nächsten Tag das Zimmer wechselt und nun die Zeit totschlagen möchte, bis die Nacht beginnt?

Richtig! Man kompensiert die Situation mit gutem Essen und ganz viel Alkohol! Nachdem wir also nicht die Koffer ausgepackt hatten, uns nicht im Zimmer gemütlich eingerichtet hatten und uns nicht mit einem Buch ins saubere Bett gelegt hatten, beschlossen wir:

Es ist Cocktail-Time!

Cocktail

Vorsorglich, ob der Gästedichte in diesem Etablissement, hatten wir für 20 Uhr einen Tisch im Hotelrestaurant reserviert. Wir bestellten in der Bar hochprozentige Aperitifs. Nach ein paar genussvollen Schlucken entspannten wir uns und sahen den Angestellten bei der Arbeit zu. Das wiederum war faszinierend. Hier schien jeder alles zu tun, denn der Barmann arbeitete gleichzeitig an der Rezeption und der Hotelmanager servierte Essen im Restaurant. Für ein so großes Hotel mutete diese Arbeitsteilung abstrus an, aber man will ja niemandem reinreden. Wir baten den Bar-Rezeptions-Mann unsere Drinks mit auf die Tischrechnung zu schreiben und gingen ins Restaurant.

Au Restaurant

Dort standen wir fünf Minuten (gefühlte Stunden) im Eingangsbereich, um zu fragen, welcher Tisch für uns vorgesehen war. Aber man ignorierte uns geflissentlich. Ich hasse das! Man steht so da, völlig halt- und ziellos, wird von jedem anderen Gast angegafft und hofft, dass ein „allmächtiger“ Kellner einen erlöst. Der Gatte nennt das die „Blue-Oyster-Bar-Situation“. Gemeint ist damit die Situation, in der man eine Bar betritt und spontan alle Gespräche verstummen, die Musik und das Licht ausgehen und man selber in einem Lichtkegel allem und jedem ausgeliefert ist.

So etwas passiert nie wirklich.

Aber man hat das Gefühl, dass so etwas passiert. Und wir hatten das Gefühl in diesem Augenblick, als wir „nackt“ vor allen Restaurantgästen standen und die Kellner absichtlich in die andere Richtung blickten, als sie an uns vorbei huschten. Der Gatte, von Geburt an groß und laut, setzte zu einem donnernden:

ENTSCHULDIGEN SIE BITTE?!

an und hatte damit die ungeteilte Aufmerksamkeit aller Menschen im Hier und Jetzt. Ich schaute peinlich berührt auf meine Schuhe, aber es hatte schließlich geholfen. Die schiere Panik, der Gatte könnte noch mal etwas Dröhnendes von sich geben, trieb eine Kellnerin in unsere Arme. Wir erklärten ihr unser Anliegen und sie… verdrehte die Augen. „Dann müssen Sie eben mitkommen. Aber eines sage ich Ihnen: Es ist heute sehr voll und wir haben sehr lange Wartezeiten. Hoffentlich haben Sie nicht so großen Hunger.“, sprach sie und eilte uns voraus in einen weiteren Speiseraum. Der Gatte zog ungläubig die Augenbrauen hoch, während ich kicherte.

– Fortsetzung folgt –

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Ein Kommentar zu “4 Tage an 5 Seen – Teil 2 – Au Restaurant – Olàlà

  1. Köstlich! In solchen Situation setze ich mich einfach immer an den nächsten freien Tisch, das bringt meist Bewegung ins Prozedere 🙂

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