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Tierärzte – Hauptsache Konsum?

Wenn man ein Haustier hat, wird dieses irgendwann unweigerlich zu einem festen Familienmitglied. Wir haben einen Hund. Weiblich, wunderschön und im fortgeschrittenen Alter. Wir lieben unser Tier und verhätscheln es. Andererseits hat sie aber auch Aufgaben. Sie arbeitet montags bis freitags bei uns im Bücherlager als Concierge. Sie meldet Besucher an, passt auf, dass niemand illegal Fahrräder vor unserer Tür abstellt und macht regelmäßige Kontrollgänge durch Halle und Hof. So verdient sie sich Kost und Logis.

Mit fortgeschrittenem Alter kamen dann die körperlichen Zipperlein. Sie bekam irgendwann Probleme beim Laufen. Unser oberstes Prinzip war immer: „Das Tier soll keine Schmerzen haben.“ Ansonsten sind wir nicht der Meinung alles und jede mögliche Behandlung mitmachen zu müssen. Schon gar nicht, wenn ein Tier 12 Jahre alt ist und eine Lebenserwartung von vielleicht 14 Jahren hat.

Le Concierge

Le Concierge

Seit nun mehr 2 Jahren waren wir bei diversen Tierärzten in Hannover. Immer mit der gleichen Frage: Hat unser Tier Schmerzen? Und die Antworten waren stets die Selben: „Das können wir so nicht sagen.“ „Ja, vielleicht. Sie können ja mal Schmerzmedikamente geben.“ „Da müssen wir erst einen Kernspin machen. Das geht nur in Vollnarkose. Kostet ca. 700 Euro.“

Eine klare und eindeutige Aussage bekamen wir nie. Kernspin lehnte ich ab, weil ich meinem alten Hund keine Vollnarkose zumuten wollte. Daraufhin sagte man mir, man könne meinen Hund dann nicht korrekt behandeln, weil man ja nicht wisse, was sie hat. Ohne teures Kernspin also keine Behandlung?

Ein anderer Arzt gab uns ein teures Schmerzmedikament mit. Versuchsweise. Ein ganz tolles Präparat. Ganz neu auf dem Markt und super verträglich. Einen Tag nach der ersten Einnahme wurde unser Hund stuhl- und urininkontinent. Komplett. Nix ging mehr. Wir waren ganz verzweifelt. So plötzlich. Der Hund ganz aus dem Häuschen. Was war da los? Nach ein paar Tagen kam uns der Verdacht, dass das etwas mit dem Schmerzmedikament zu tun haben könnte. Ich hatte in einem Forum so etwas gelesen. Wir sprachen den Tierarzt an und der sagte, er hätte so was auch mal gehört, könne aber nichts Genaues sagen. Ich war empört. Ich dachte, dass unser Hund für einen Medikamententest missbraucht wurde, ohne dass wir informiert wurden. Wir erfuhren auch, dass andere „Patienten“ in der Praxis gleiche Probleme hatten. Nach Absetzen der Tabletten hatte der Hund wieder volle Kontrolle über seine Ausscheidungsorgane. Der Tierarzt hüllt sich bis heute in Schweigen.

Keine Diagnose, keine Antowrten, hohe Kosten

Es war mit der Zeit immer das Gleiche. Der Hund läuft immer schlechter, hin zum Tierarzt, die Frage nach den Schmerzen, keine richtige Diagnose, keine richtige Antwort, hohe Rechnung für die „Beratung“ und eine Tüte voller neuer, supertoller Medikamente, die den Hund „gesund“ machen sollten. Aus einer Praxis kamen wir mal mit einer Tüte Medikamenten für über 270 Euro. Alles rein pflanzliche Aufbaupräparate. Auf dem Tisch ausgebreitet stellten wir fest, dass unser Hund jeden Tag hätte ca. 18 (!) Tabletten nehmen müssen! Das ist doch der reinste Wahnsinn, was die mit uns naiven Tierliebhabern machen!

Viele teure Smarties

In jeder Tierarztpraxis werden säckeweise „supertolles“ Trockenfutter an die Tierhalter verkauft. Nur das Beste für den Hund. Trockenfutter besteht hauptsächlich aus Getreide. Überlegen Sie mal, was ein Hund machen würde, den man in der Natur aussetzt. Würde er zum Fressen ein Tier reißen oder ein Kornfeld abknabbern?

Was wollen die Tierärzte also? Dem Tier Gutes tun?

Wir waren nun mit unserem Hund bei Tamme Hanken. Einem in Norddeutschland bekannten Pferde- und Hundeflüsterer, der einfach nur beobachtet und der, wie wir feststellen konnten, die Tiere wirklich liebt. Für mich war es die letzte Chance, meine wichtige Frage zu stellen.

Ich stand ehrfurchtsvoll neben dem großen Mann und wiederholte meine bereits tausendfach gestellte Frage: „Ich will nur wissen, ob der Hund Schmerzen hat.“

Der Gatte war keine 2 Schritte mit dem Hund gegangen, da sagte Tamme Hanken: “Ich seh’ schon.“

Wir mussten den Hund auf einen Tisch heben und er bewegte dem Hund alle Gelenke durch und prüfte die Reflexe. Dann wurde er ernst und sah uns fest in die Augen.

Die Diagnose, die Antwort

„Ich kann für Ihren Hund nichts mehr tun. Ihr Hund hat Cauda Equina (ein neurologisches Leiden). Das wird nicht mehr besser. Nur noch schlechter. Bald kann sie nicht mehr laufen. Man kann das heute gut operieren, aber dafür ist der Hund zu alt. Nein, Ihr Hund hat keine Schmerzen! Aber wenn der Hund irgendwann sitzen bleibt und Sie mit großen Augen anschaut, dann hoffe ich, dass Sie wissen, was Sie zu tun haben.“

Das war ehrlich und trostlos und aufrichtig und informativ. Tamme Hanken war selber betroffen. Dabei hatten wir das Gefühl, von Niemandem in den letzten 2 Jahren so ehrlich und fundiert beraten worden zu sein.

Wir werden nur noch ein einziges Mal zum Tierarzt gehen. Nämlich, um dem Hund die finale Spritze geben zu lassen, wenn es irgendwann soweit ist. Noch hat sie Spass am Leben.

Schade, dass die hiesigen Tierärzte unserem Hund das Leben so viel schwerer gemacht haben. Wie viel Übelkeit, Erbrechen, Inkontinenz und schlaflose Nächte unser Hund durchstehen musste, weil die Ärzte nur herumprobieren und verkaufen wollten?

Tierärzte mögen gut sein, wenn ein Tier mal einen Infekt hat oder nach einem Unfall operiert werden muss. Zur Begleitung eines alternden Tieres taugen sie nicht.

P.S.: Das ist unsere Erfahrung. Ich bin sicher, es gibt auch andere Tierärzte und ich bin sicher, es gibt andere, bessere Erfahrungen. Und ich weiß, dass viele Leute skeptisch auf Menschen wie Tamme Hanken reagieren. Für unsere kleine Familie stand dieser Besuch für Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit ohne eine monetäre Bereicherung, wo nur das Tier im Vordergrund stand.

 

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2 Kommentare zu “Tierärzte – Hauptsache Konsum?

  1. Ich hoffe inständig, euer Hund wird noch lange sein Futter bei euch verdienen können. Meine liebe Hündin hatte wohl ein ähnliches Leid, aber zum Glück haben wir zumindest hier Tierärzte, die vornehmlich an das Tier denken. Es ging leider sehr schnell mit ihr zu Ende und wir wissen bis heute nicht, ob es etwas neurologiasches oder doch Krebs war. Aber unsere Tierärzte haben alles versucht, was wir uns leisten konnten und offen mit uns gesprochen.

    • Vielen Dank für Deinen Kommentar. Unserem Hund geht es den Umständen entsprechend gut. Sie läuft schlecht, ist aber verfressen und verspielt wie eh und je. Ich finde es wichtig, dass Tier wie Mensch in der heutigen Zeit wenig bis keine Schmerzen haben sollte. Das musste ich geklärt haben. Und ich habe nun das Gefühl, ohne die ganzen Schmerzmittel (mit all den Nebenwirkungen) geht es dem Tier viel besser.

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