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Sóller Teil 1

Hannover – Sóller in zweieinhalb Stunden

Drei Uhr zwanzig. Ich bin hundemüde. Kann mich kaum bewegen. Es ist wie immer, wenn ich aufgeregt bin. Erst kann ich nicht einschlafen und wenn dann der Wecker alarmiert, habe ich das Gefühl, erst vor fünf Minuten eingeschlafen zu sein. Wie auch immer, meine Nacht ist um 3.20 Uhr beendet.

Mallorca. Mallorca im Hochsommer. Mallorca in den Sommerferien. Der Gatte und ich hatten schon viele bekloppte Ideen, aber das suchte schon seines Gleichen. Wir hatten uns spontan entschieden. Es hatte soviel geregnet in Hannover und wir hatten das Gefühl, dieses Jahr würde es gar keinen Sommer mehr geben. „Ach, bitte, bitte!“, ließ ich mich hinreißen zu betteln. „Nur 3 oder 4 Tage! Einfach nur an irgendeinem Pool liegen und uns die Sonne auf den Pelz brutzeln lassen!“

Port de Sóller

Port de Sóller

„Okay, aber wenn, dann auch richtig.“, gab er sich geschlagen. Also buchten wir 4 Tage Mallorca in unserem Honeymoonhotel, einer Finca in Sóller. Der Preis für Übernachtung mit Frühstück und den Flug war unmenschlich, zumal wir normalerweise nie in der Hauptsaison reisen. Auch weil wir gerne da sind, wo es ruhig ist. Aber egal. Das Leben ist jetzt!

Unser Flieger sollte den niedersächsischen Boden um 6 Uhr 15 verlassen, so dass wir der Aufforderung nachkommen mussten, uns bereits um 4 Uhr am Flughafen einzufinden. Ich war so müde und gereizt, auch ob der zillionen Ballermanntouristen am Airport, dass ich unseren spontanen Entschluss schon wieder bereute.

Berge

Berge

Rüttelnd und unsanft landeten wir dann um halb neun in Palma de Mallorca und ich war von der tristgrauen Wolkendecke, die die Insel für uns bereithielt, ehrlich angepisst. Schnell rissen wir unsere Koffer vom Gepäckband und ließen die Feierwilligen mit Bierfahne, Deutschlandtrikot und Strohhüten am Flughafen zurück. Wir warfen uns müde und gereizt in ein Taxi und beteten dem Fahrer unser Ziel vor.

Sóller!

Sóller

Sóller

Nach gut zwanzig Minuten erreichten wir das Tramuntana (Gebirge) mit seinem mautpflichtigen Tunnel. Der Tunnel ist für mich das Tor zu einer anderen Welt. Als würde man das hässliche Mallorca hinter sich lassen und in eine ganz andere Welt eintauchen. Einmal durch den Tunnel durch, eröffnen sich schroffe, wie begrünte Felsen und Berge, terracottafarbene Fincas mit grünen Fensterläden, Ziegen, Esel und Orangenbäume soweit das Auge reicht. Hier kann ich atmen.

In Sóller riecht es anders, als auf der restlichen Insel. Ein zartes Quietschen, das entsteht, wenn Eisen auf Eisen reibt, verrät uns, dass die historische Tram unterwegs ist. Sich hin und her bewegt zwischen Port de Sóller und Sóller. Grillen zirpen laut und Vögel zwitschern, während um mich herum die buntesten Blumen blühen.

Tal der Orangen

Das Orangental. Hier bin ich zu Hause.

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