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Sóller Teil 2

Die Finca Ca N’ai

Patio

Patio

Begrüßt werden wir von der Chefin persönlich mit Handschlag, während sie uns in den Patio führt, wo die anderen Gäste gerade unter dem immer noch trüben Himmel auf der Terrasse frühstücken.

Der Ausblick ist bombastisch. Sóller liegt in einem Tal und um uns herum ragen die Berge auf, die bis zu einer bestimmten Grenze mit Bäumen bewachsen sind. Je höher man schaut, desto schroffer werden die Felsen.

Die Finca ist ein Hotelbetrieb für Ruhesuchende. Obwohl ausgebucht, nimmt man die anderen Gäste kaum wahr. Die Anlage ist riesig und die Suiten so verteilt auf dem Gelände, dass man sich aus dem Weg geht. Wir trinken unseren Café con leche und frisch gepressten Orangensaft, während wir auf unser Zimmer warten.

Pool

Die Finca kenne ich nun schon seit vielen Jahren. Als der Gatte und ich beschlossen zu heiraten, wollten wir für uns eine grandiose Hochzeitsreise buchen. Der feine Herr Reisekaufmann schlug uns dann die Finca Ca N’ai auf Mallorca vor. Bei dem Wort Mallorca rümpften der Gatte und ich gleichermaßen arrogant die Nase. „Ne, das ist eher nix für uns.“, sagten wir und blickten verlegen in alle Richtungen. Der Herr Reiseverkäufer blieb aber hartnäckig. Erzählte uns von einem anderen Mallorca. Etwas ruhiger. Romantischer als das, was man so kennt. Also wagten wir uns und buchten die Finca. Und wir haben hier unser persönliches Paradies gefunden. Kein Jahr vergeht ohne einen Kurztrip nach Sóller.

Blick aus meinem Hotelbett

Blick aus meinem Hotelbett

Die Zimmer in dem Hotel sind allesamt Juniorsuiten mit außergewöhnlichem, aber traditionellem Ambiente. Verteilt liegen die Suiten auf einem riesigen Gelände in kleinen, mediterran anmutenden Häusern. Das Grundstück der Finca ist ein Paradies aus ein wenig landwirtschaftlichem Boden, mehreren Orangenbaumfeldern und Garten mit vielen Wegen. Erreicht man die Finca, wird man durch ein historisches Portal empfangen und gelangt in einen urigen Patio mit kleinem Teich, in dem die Schildkröten ihre Runden drehen und die Frösche quaken. Tagsüber wird hier gefrühstückt. Abends wandelt sich das Patio in ein romantisches Restaurant mit toller Küche und exklusiven mallorquinischen Weinen.

Pool

Pool

Kennt man die 5-Sterne-Businesshotels in Deutschland, könnte man hier einen gewissen, diensteifrigen Service vermissen. Die Menschen hier sind lockerer. Freundschaftlicher.  Langsamer. Kommen nicht sofort, wenn man etwas will und vergessen gerne mal etwas. Mich stört das nicht. Im Gegenteil. Es erinnert einen daran, dass man Urlaub hat und die Welt sich plötzlich langsamer dreht. Es erinnert einen daran, sich selber zu bremsen und sich auf ein entspannteres Tempo einzulassen.

Pool hinter Palmen

Geht man durch den Patio den Weg hinunter durch eine kleine Allee mit Orangenbäumen, findet man ganz versteckt einen traumhaften Pool. An diesem von Palmen gerahmten Pool die Stunden verstreichen zu lassen, ist dem Himmel gleich. Egal, wie ausgebucht die Finca ist, man hat hier immer das Gefühl, allein auf der Welt zu sein. Fernab von morgens um sechs Uhr handtuchbesetzten Liegen und Animation. Hier ist man alleine.

Man liegt auf seiner Liege, blickt in die Berge und den unendlichen Himmel, die Stille nur unterbrochen von Grillengezirpe und dem dumpfen Aufprall, wenn die reifen Orangen vom Baum fallen.

Wann immer ich hier liege denke ich, nie war ich glücklicher.

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