Ein Kommentar

Mehr, mehr, mehr!

Wieder so viel zu tun. Wieder so viel Stress. Es mutet paradox an. Ich habe in der heutigen Zeit alle möglichen Dinge, die mir das Leben und die Arbeit erleichtern, wie Wasch- und Spülmaschine, Computer, Flugzeuge, Mikrowelle, Maschinen, Roboter und so weiter. Alles Dinge, die die realistische Arbeitszeit verkürzen und somit den Anteil an Freizeit erhöhen sollten. Gefühlt ist das aber nicht so. Im Gegenteil. Je schneller wir mit Hilfe der technischen Möglichkeiten unsere Arbeit erledigen, desto mehr Arbeit müssen wir leisten, damit der feine Herr Chef seinen Gewinn maximieren kann.

Arbeit

Arbeit

Andererseits haben wir dann aber in der wenigen Freizeit nicht wirklich frei. Da wir so viel Arbeit von Maschinen abgenommen bekommen, hat sich eine hanebüchene Freizeitindustrie entwickelt, die mir sagt, was ich alles in meine freie Zeit hinein pfropfen muss. Bei dem Input reichen mir dann meine statistisch vorgegebenen 8 Stunden Schlaf gar nicht aus, um all die bunten, kryptischen Eindrücke zu verarbeiten, die sich mir im Wachzustand bieten.

Ich muss mir ja die Freizeit nicht so voll stopfen? Ich denke nicht, dass ich eine Wahl habe. Mein Unterbewusstsein sagt mir:

Mehr, mehr, mehr!

Wer sagt, dass er das alles freiwillig tut, lügt! Können Sie 10 Minuten am Tag einfach nur so dasitzen? Ohne etwas zu tun? Nur sitzen? Wollen Sie gar nicht? Versuchen Sie es mal. Als Spiel. Als provokante Herausforderung. Ohne Handy, Fernbedienung oder Bildschirm. Nur sitzen. Vielleicht auf einer Parkbank. Und los!

Regenbogen

Regenbogen

Hörbücher, Ebooks, Romane, Social Media, Kino, Blue-Ray, Sport, Diät, Alkohol, Smartphone, IPad, Reisen, Spiele, Theater, Fernsehen, Playstation, Zeitschriften usw.

Im Freizeitbereich scheint es keine Grenzen mehr zu geben außer, die eine einzige Grenze, die wir noch überwinden müssen:

Der Tag hat nur 24 Stunden.

Vermutlich wird es irgendwann Medikamente geben, die für uns Menschen Schlaf und Erholung überflüssig machen. Vermutlich ist der Übergang zwischen Arbeit und Freizeit inzwischen fließend. Für das Gehirn gibt es keinen Übergang. Alles ist Arbeit. So jedenfalls ist Freizeit nicht mehr erholsam. Aggressivität, Unzufriedenheit, Wut, Müdigkeit, Ruhelosigkeit, Unausgeglichenheit, Schlaflosigkeit.

Wurm

Wurm

 

Und dann ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich mich nostalgisch gedankenverloren danach sehne, einfach ein Stück zu gehen. Im Wald oder auf einer Wiese. In der Natur. Ohne ein Geräusch der Zivilisation. Einen Baum bestaunen. Einen Ameisenhügel anbeten. Sand sieben, Gras pflücken, Blumen betören, Vögeln zuhören, Wasser kosten. Wolken winken. Einfach so.

 

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Ein Kommentar zu “Mehr, mehr, mehr!

  1. Man sollte froh sein, dass der Mars noch nicht das auserkorene Ziel als zukünftige „Heimat“ ist. Sonst hätte man 60 Stunden (zirka) Zeit, zu arbeiten. 😉
    Das mit den 10 Minuten bekomme ich aber locker hin. Wenn ich die Augen schließe dürfte es gehen.
    Nur nicht einschlafen! xD

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