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Kaffee

Kaffee ist etwas Gutes. Kaffee ist etwas Warmes. Kaffee macht mich glücklich.

Für viele Menschen ist Kaffee ein schlichtes Getränk, das einen morgens wach macht und den Kreislauf in Gang bringt. Für mich ist Kaffee so viel mehr.

„Möchten Sie eine Tasse Kaffee?“

Das ist für mich keine Floskel der Höflichkeit. Es ist ein Freundschaftsangebot. Wenn ich schreibe, gibt es irgendwann immer eine Szene mit Kaffee. Es ist der gute, der schöne Moment. Es ist der „Alles-wird-gut-Moment“. Der Moment, an dem man durchatmen und sich erholen kann.

Geborgenheit, Wärme, Glück.

Kaffee

Kaffee

Ich liebe Kaffee. Kaffee lässt mich lächeln. Der alleinige Gedanke an das dunkle Gebräu schafft es, mich einzulullen, mich festzuhalten und mich zu beschützen.

Niemals würde in einer schlechten Welt, in einer schlimmen Situation Kaffee zubereitet und getrunken werden. Denn Kaffee holt uns zurück. Zurück in die Umarmung. Selbst wenn das Drumherum auseinanderfällt, schafft Kaffee den einen Moment des Wohlbehagens. Nüchtern und sachlich. Rauschfrei. Aber warm und geborgen, beinahe mütterlich. Das ist Kaffee.

Kaffee-Collage

Hier werde ich mir nun eine Collage aus Kaffeeszenen aus Büchern zusammenstellen, die mir gut gefallen. Wenn Sie darauf achten, werden Sie merken, wie viele behagliche Kaffeeszenen es in Büchern gibt. Beteiligen Sie sich ruhig. Ich sammle Kaffeeszenen! Je mehr, desto besser.

Milchkaffee

Milchkaffee

Hans-Josef Ortheil aus „Die Erfindung des Lebens“ S. 28-29

„[…] vielmehr mache ich mir einen Cappuccino und nehme ihn mit hinüber zu meinem Schreibtisch, um gleich mit der Arbeit zu beginnen.

Die Fenster sind noch geöffnet, die frühen Aromen des Tages strömen herein, ich nippe an dem leicht cremigen Schaum, der den Caffè beinahe ganz verdeckt, ich nippe ein zweites Mal und nehme durch den porösen, lauwarmen Schnee einen kleinen Schluck des schwarzen Caffès, sofort bin ich hellwach und gespannt wie ein kleines Kind, das sich auf ein lange ersehntes Geschenk freut. Mein Geschenk ist die Schrift, ich setze mich an den Schreibtisch, ich trinke weiter in kleinen Schlucken, ich schreibe. […]“

Elke Loewe aus „Herbstprinz“ S. 24-26

„[…] ‚Lieber einen Kaffee. Dann kann ich besser denken.’ Valerie ging in die Küche, goss Milch in einen Topf und stellte ihn auf die Herdplatte. Sie setzte Kaffeewasser auf. Katrin blieb vor der Tür und hockte sich auf den Gartenstuhl, dessen grüne Farbe nach dem Regen abgeblättert unter ihm lag. Sie stützte ihren Kopf mit den Händen auf dem Tisch ab und starrte in die blühende Gartenwildnis. […] Die Milch kochte und Valerie schäumte sie auf. Sie goss heißes Wasser auf den Kaffee, rührte ihn um und füllte zwei Gläser. Zuerst mit der Milch, dann mit dem Kaffee. Den Milchschaum bestreute sie mit Zucker und Zimt. Das gab einen freudigen Blick von Katrin. […]

‚Dein Kaffee wärmt mich’, sagte Katrin. ‚Zimt ist gut.’ Sie schlürfte ihn durch den Milchschaum und hielt sich mit einer Hand am Glas fest, mit der anderen Hand streichelte sie den schnurrenden Paddy. […]“

 

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3 Kommentare zu “Kaffee

  1. Da kann ich dir nur zustimmen. Kaffee ist „nach Hause kommen“. Daher habe ich auch mind. 1 Kaffee-Szene in meinen Geschichten. Kaffee und Whiskey 🙂

  2. Was für eine wundervolle Idee, diese „Szenen“ zusammen zu stellen. Danke dafür!

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