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Osterurlaub 2013 – Garmisch-Partenkirchen 1

Osterurlaub – damit Sie mal wissen, wie wir das so machen

Auswandern

Neulich liege ich so, voller Langeweile und irre Gedanken spinnend, auf dem Sofa, als der Gatte von seinem Tagewerk heimkommt und sage zu ihm: „Ich will auswandern! Ich denke, wir sollten nach Bayern ziehen.“ Der Gatte hob die Augenbrauen und sagte: „So, so, nach Bayern. Und warum?“

Tja weil… Na, weil Bayern doch so toll sein soll und ins Ausland auswandern mir viel zu abstrakt ist. Und Bayern wäre ein großer Schritt. Mal was ganz Neues. Außerdem ist man überall dicht dran, sage ich, Italien, Schweiz, Österreich. Der Gatte gibt sich betont nachdenklich und meint, es wäre ja durchaus ein Vorteil, wenn man vorher in etwa wüsste, wohin in Bayern man auswandern wolle. Immer diese logischen Argumente! Wohin? Ich überlege kurz und die einzige Stadt, die mir spontan einfällt, ist Garmisch-Partenkirchen. Kenne ich aus dem Sportfernsehen. Der Gatte hakt investigativ nach, ob es nicht auch sinnvoll wäre, mindestens einmal schon in Garmisch gewesen zu sein, bevor man dorthin auswandert. Gut, denke ich, du willst es auf die harte Tour? Kann ich! Ich habe uns nun Osterurlaub in Garmisch-Partenkirchen gebucht. Der Gatte ist sehr zufrieden mit mir.

Bad Brückenau

Eigentlich wollten wir am schönen Gründonnerstag reisen, doch weil mich die Ungeduld umtreibt, argumentiere ich schlau, dass es besser wäre bereits Mittwochabend zu fahren und eine Zwischenübernachtung auf halber Strecke einzulegen. Ist auch für den alten Hund viel angenehmer. Ich google uns ein altehrwürdiges Hotel in Bad Brückenau und wir machen uns am Mittwochabend auf den Weg. In Bad Brückenau kommen wir erst gegen 22:30 an. Das Hotel und die Parkanlagen sind tatsächlich altehrwürdig. Schade nur, dass wir ein Zimmer in einem unglaublich hässlichen 80er-Jahre-Plattenanbau bekommen, der liebevoll „unser Vital- und Spa-Komplex“ genannt wird, was unschwer am Chlorgeruch erkennbar ist. Der lange Weg durchs Hotel zu unserem Zimmer führt uns auch durch die große aber schummrige Hotelbar (ich bin ein sehr, sehr großer Hotelbarfan) und lässt mich vor Entzücken beinahe aufkreischen. Alles ist hier so Eighties, dass ich das Gefühl habe, wir hätten die Zeitmaschine nach Bad Brückenau genommen. Selbst die Gäste dort waren wie Statisten eines tollen Zeitkolorits.

Hotelbar

Hotelbar

Nachdem wir dort als letzte Gäste unseren Schlummertrunk zu uns genommen hatten, erzählte uns der Barkeeper noch vom heißen Pflaster Bad Brückenau mit herumlaufenden Exhibitionisten, einer ermordeten Russin und Hotelangestellten, die sich nachts nicht alleine zum Parkplatz trauten. Fantastisch!

Auf dem Weg zum Frühstück am nächsten Tag erzählt mir der Gatte, es hätte da beim Hundegassigehen einen Zwischenfall gegeben, mehr wolle er mir aber erst nach dem Frühstück verraten. Beifallheischend wies er später auf einen dunklen Fleck in einem der unendlich langen Hotelflure, den unser alter Hund verursacht hatte, weil er „es“ auf dem langen Weg nach draußen nicht mehr halten konnte. Oh mein Gott! As fast as possible checkten wir aus und verließen mit quietschenden Reifen Bad Aufnimmerwiedersehen Brückenau.

Rothenburg o. d. Tauber

Auf unserem langen Weg nach Garmisch-Partenkirchen legten wir noch einen Zwischenstopp in Rothenburg ob der Tauber ein und verliebten uns sogleich rettungslos in diese Stadt. Wir schworen der alten Stadtmauer nach unserem kurzen Besuch hoch und heilig, noch dieses Jahr wiederzukommen und länger zu verweilen.

Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg ob der Tauber

Der Weg nach Garmisch zog sich unwirklich in die Länge. Als dann, kurz nach Füssen, das Schild „Republik Österreich“ auftauchte, kreischten der Gatte und ich panisch und ich kontrollierte dreimal, ob ich aus Versehen eine ausländische Adresse ins Navi eingegeben hatte. Erst, nachdem ich, völlig oldschool, in einem Autoatlas aus Papier (!) geprüft hatte, dass wir auf dem richtigen Weg waren, beruhigten wir uns wieder.

Garmisch-Partenkirchen

Gegen halb sechs am Abend kamen wir in Garmisch-Partenkirchen an. Der Ort mochte uns nicht und wir ihn auch nicht. Es war regnerisch, kalt und die Berge verhangen. So nicht Garmisch, denke ich, vielleicht will ich doch nicht auswandern. Aber mal sehen, was noch passiert.

So nicht, Garmisch!

So nicht, Garmisch!

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Ein Kommentar zu “Osterurlaub 2013 – Garmisch-Partenkirchen 1

  1. Wie gut ich das kenne. Ich will ja auch auswandern. Seit 15 Jahren, bei mir ist es München, was aber auch ein neues Land bedeuten würde. Nun kann man sagen, der Schritt wäre doch nicht soo gross, da vieles ähnlich und die Sprache dieselbe ist. Und doch. Bislang wagte ich es nicht oder irgendwas kam dazwischen… Noch ist nicht ausgeträumt. Die sachlichen Einwände kenne ich, die will man nicht hören… und doch brodeln sie irgendwo in einem 😉 Ich bin gespannt, wie es weiter geht mit der neuen Wunschheimat 🙂

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