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Wann ist ein Roman ein fertiger Roman?

Schreiben ist eine tolle Sache. Man hat eine Idee im Kopf, eine kleine Geschichte, eine Tat, einen Moment, was auch immer, hat dann das Vermögen oder die Möglichkeit ein Gerüst darum herum zu bauen und dann alles niederzuschreiben. Aus dem Kopf herauszulassen, weil es einen sonst „kirre“ macht, nicht mehr loslässt, nicht mehr schlafen lässt. Dafür das Schreiben. Therapie, wie manche sagen. Medizin.

Ich befinde mich nun in mitten so einem Prozess. Ich freue mich, dass ich endlich die Geschichte aus meinem Kopf lassen kann, um wieder mein eigenes Leben leben zu können.  Es macht Spaß, das Schreiben. Es ist erleichternd. Es ist aber auch unheimlich anstrengend. Es gibt Passagen, die lasse ich ewig unvollständig, weil sie mich Kraft kosten. Weil ich in der richtigen Stimmung sein muss. Sie reifen. Weil das ganze Projekt aber irgendwie mittlerweile zu einem Teil von mir geworden ist, dass in mir wohnt, frage ich mich jetzt:

Wann ist man wohl fertig?

Klar, wenn die Geschichte nach Art des Konzeptes und dem Plot vollständig zu Ende erzählt ist. Sicher. Aber, was dann. Letzter Satz, Satzzeichen, abgeben? Das ist für mich unvorstellbar, weil ja meine Fantasie das Buch schreibt. Und diese Fantasie hat die Angewohnheit, niemals einverstanden, nie zufrieden zu sein. Ich verbessere unaufhörlich. Bei jedem Probelesen, bei jedem in Erinnerung rufen. Oft denke ich nach ein paar Tagen Pause, dass ich eine Szene komplett anders haben will und ändere sie. Ich frage mich also: Werde ich es je schaffen, mein Buch zu Ende zu schreiben und irgendwann denken: Jetzt ist es fertig? Vielmehr habe ich die Befürchtung, ich klammere mich fest, ich habe keine Eile jemals fertig zu werden und schließlich wird mein Roman zwar entstehen, aber vielleicht als Neverending-Story. Nur für mich.

Wie machen Autoren das? Ein Buch fertig stellen, drucken lassen und nicht nach ein paar Wochen denken: Ich hätte dies und das jetzt doch ganz anders gemacht.

Ich entspanne mich jetzt erstmal wieder und schreibe. Noch bin ich ja lange nicht fertig mit meiner Geschichte. Und vielleicht erlebe ich ja bei der Formulierung des letzten Satzes oder beim Korrigieren tatsächlich irgendwann so etwas wie ein „Fertig-Gefühl“.

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4 Kommentare zu “Wann ist ein Roman ein fertiger Roman?

  1. Die Antwort hätte ich wohl, ich habe andere Fragen. Mittlerweile bin ich soweit zu denken, dass das Leben immer aus mehr Fragen als Antworten besteht 😉 Frohes Schreiben dir!

    • Du hast die Antwort? Und lässt mich schmoren??? 😉
      Das Ungleichgewicht zwischen Fragen und Antworten kenne ich auch. LG

      • Na ja, ich erkenne es nur, wenn ich es lese – und auch da ist es nicht ganz einfach, verbessern kann man immer, allerdings muss man auch aufs eigene Gefühl hören, das irgendwann mal sagt: Es ist gut so.

        Ich habe eher das Problem: Wie anfangen. Und das hat nichts mit weissem Papier zu tun, davor habe ich keine Angst… eher so mit Methode (ich bin ein Methoden- und Strukturaddicted…).

  2. Es ist nie fertig, man muss es halt irgendwann loslassen.
    Und weil mir das mit dem neuen Roman nicht so richtig gelang, mache ich eine Trilogie daraus 🙂

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