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Januar 2015

Dieses Jahr ist gebraucht. Vom ersten Tag an. So kann es doch nicht weitergehen. Oder? ODER???
Neujahr. 1.1.2015. Sonst für mich ein Tag, den ich verkatert mit Fiesfraß und Traumschiff auf dem Sofa verbrachte und tunlichst Besserung in allem gelobte. Der einzige Tag im Jahr, an dem ich mir so etwas wirklich glaubte. Doch an diesem ersten Tag im Jahr war alles anders.

Das Paradies verlassen müssen

Wir hatten das Weihnachtsgeschäft erfolgreich gemeistert und auch die Festtage mehr oder weniger stressfrei hinter uns gebracht. Zur Belohnung hatten wir 7 Tage Urlaub mit Bergpanorama, Schnee und Erholung satt geplant. Auch Silvester liebten wir über alles und freuten uns sehr auf unsere erste Party mit Gerda, dem Hundetier. Aus alledem wurde nichts.

Allgäu 1.1.2015

Allgäu 1.1.2015

Der Himmel stach brutal blau in mein Herz. Die sich im tiefen Schnee reflektierende Sonne brannte in meinen Augen. Eiskalte, klare Winterluft verätzte in meine Lungen.  Die weiße, glitzernde Berglandschaft spuckte auf mich, als wir nach nur 3 Tagen den Urlaub abbrechen mussten und den Wagen in Richtung Autobahn gen Norden lenkten. Ein Familienmitglied war lebensbedrohlich erkrankt und so war es keine Frage, dass wir zurückkamen und helfen wollten, so gut es ging. Dennoch konnte ich mir ein Tränchen nicht verkneifen, dieses Paradies verlassen zu müssen.

Der Whisky am Kamin

Die erste Woche des Jahres war gänzlich auf die Krankheitsumstände des Genesenden konzentriert. Dazu mieteten wir uns in der Nähe in einem kleinen Landhotel ein, um die Besuche leichter durchführen zu können. Dieses kleine Hotel empfing uns mit so viel Wärme und Feingefühl, dass es eine wahre Freude war jeden Abend dorthin zurückzukehren. Unser Zimmer war bis ins kleinste Detail in Wohlfühlatmosphäre gehüllt. Naturfarben, traumhafte

Landhotel

Landhotel

Betten, XXL-Decken, Kuschelkissen, Dekoration, Wellnessdusche, Badewanne und natürlich eine perfekt ausgestattete Minibar.
Die Besuche im Krankenhaus waren anstrengend. Das ständige Schwanken zwischen Hoffnung und Mutlosigkeit. Jeden Abend, als wir ins Hotel heimkehrten, gingen wir spät noch ins Restaurant, setzten uns an den noch sachte glimmenden offenen Kamin und genossen einen Whisky. Man kannte uns, aber man fragte nichts, wir schwiegen erschöpft und dankbar.

Rebooten

Irgendwann mussten wir wieder nach Hause. Mussten wieder Lebensunterhalt verdienen. Mussten wieder in unser Leben finden. Das Geschäft wieder »hochzufahren« und in den Alltag zurückzukehren fiel uns schwer. Abgelaufene Deadlines, technische Pannen, nörgelnde Kunden und dann dieses Grau-In-Grau hier, ließen eine nicht gekannte Leere und Sehnsucht entstehen, die das Fernweh schürrte. Wollen wir überhaupt wieder ankommen? Ist das noch das richtige Leben für uns? Oder ist der Zeitpunkt gut für einen Neustart?

Obdachlos?

Der erste Monat des Jahres neigt sich dem Ende zu. Dem Patienten geht es viel besser. Es macht Spaß, das mit eigenen Augen zu sehen.

Nun kam aber noch abschließend in diesem Januar die Nachricht, dass unsere geliebte Wohnung verkauft werden soll. Meldet da jemand Eigenbedarf an, müssen wir gehen. Vermutlich der Beginn vom Ende einer traumhaften Zeit, der einem bewusst macht, dass wir doch genau am richtigen Ort sind. Sonst wären wir kaum so schockiert und würden uns nicht weigern den Gedanken, raus zu müssen, zu akzeptieren. Ist das der Neustart, den wir uns irgendwie herbeigewünscht haben? Werden wir gerade aus dem Nest gestoßen?

Cheers Silvester

Cheers Silvester

Ich habe keine Ahnung, wie sich alles entwickeln wird. Ich weiß nur, dass dieser Jahresstart nicht gut war. Ich plane nun also ein neues Silvester. Ich werde ganz groß feiern. Mit Bleigießen, Dinner for One, Ekel Alfred, Raclette und Trararara um Mitternacht. Es wird einen Wiener Walzer geben und Feuerwerk von DVD. Ich lasse mir den Jahreswechsel und damit die Chance auf einen verkaterten Neuanfang mit guten Vorsätzen nicht nehmen und ich werde nicht ein Jahr warten. Der Termin steht noch nicht fest, aber die Party wird steigen und dann … dann erst beginnt mein Jahr 2015.

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