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Leipziger Buchmesse 2015 – 1. Teil

Normalerweise kann ich die Leipziger Buchmesse, die ich als Leser favorisiere, kaum erwarten. Bepackt mit meinem „Leipzig liest“-Büchlein und 25 Textmarkern eile ich mit wehenden Fahnen zum Messegelände. Dieses Jahr ist es irgendwie anders. Ich bin nicht voller Vorfreude. Am Morgen in meinem Hotelzimmer vertreibe ich mir die Zeit mit Arbeit, Mails schreiben, etc und denke gegen 12 Uhr, jetzt müsste ich aber doch mal los.

Der Himmel ist trübe und grau; kleine, feinste Sprenkler Wasser toben durch die Luft, die erst noch Regentropfen werden wollen, wenn sie groß sind. Ganz routiniert schlage ich den Weg vom Hotel zum Hbf in Leipzig ein, den Kopf beinahe ganz in meinen Jackenkragen geduckt, die Hände in den Manteltaschen vergraben, und hole mir bei meinem Standardbäcker erstmal eine kräftige Portion Koffein to go. Damit schlendere ich gänzlich stressfrei zur Bahn und tuckere mit der rumpelnden Straßenbahn Richtung Messe Leipzig. Dort ausgestiegen fließe ich mit der Masse zu den Gebäuden, nutze den Eingang, den ich immer nehme, entledige mich meiner Jacke an der Garderobe, wo ich sie immer abgebe und frage mich, auf dem Weg zur Halle 2 auf der Rolltreppe, warum ich wohl alles so mache, wie ich es immer mache, auch wenn es nicht wirklich Sinn ergibt.

Obwohl man sagen würde, dass es für Donnerstagmittag recht überschaubar auf der Messe ist, nerven mich die Menschen. Überall bleiben sie stehen, gehen zu langsam und hindern mich am Fortkommen, obgleich ich gar kein Ziel habe. Ich bin enttäuscht von mir. Normalerweise renne ich wie elektrisiert über die Messe! Dieses: Oh, Bücher, überall Bücher, will ich alle haben, will ich alle lesen!!!-Gefühl ist nicht da. Dabei hat mein diesjähriger 2-Tagesbesuch eigentlich nur das Ziel, so viele Lesungen wie möglich zu hören. Ganz privat. Nur weil es so schön ist.

Ich suche mir die 1. Lesung aus und pilgere zum Forum. Dort treffe ich den Gatten, der fröhlich schon den ganzen Vormittag hier war und alles ganz toll findet. Ich nörgle etwas herum (zu viele Menschen, schlechte Luft, zu lange Wege…), dann spendiert mir der Gatte erstmal einen frisch gepressten Orangensaft und einen Crêpe. Ja, okay, das hilft. Kulinarisch kriegt man mich immer. Ich fühle mich plötzlich viel frischer und kann die Bücher atmen. Ab jetzt schaffe ich es wieder alleine. Ich suche mir eine weitere Lesung heraus und lege los. Bis 18 Uhr von einer Lesung zu nächsten. Ich lächle, habe Spaß und kann nicht genug kriegen. Ah, du schöne Büchersucht, da bist du ja wieder.

Auch am Abend wird sich keine Pause gegönnt. Um 19 Uhr mit dem Staßenbähnle zurück zum Hotel, umziehen, einmal übergepudert und auf geht’s zum Kulturhafen Riverboat. Bei Wein und Bockwurst lauschen wir sichtlich vergnügt den Lesungen 5 Österreichischer Krimi-Autoren. Im Anschluss trägt noch DJ Westbam aus seinem biografischen Werk vor. Aber nun reicht es. Wir sind gegen Mitternacht wieder im Hotel, nehmen noch einen Schlummertrunk an der Bar und gehen zufrieden in unser Hotelbettchen. Morgen auf ein Neues. Ich freue mich.

Meine gehörten Lesungen auf der Messe:

  • David Gray – „Kanakenblues“
  • Anja Koeseling, Heike Abidi – „Vorsicht, Schwiegermutter!“
  • Eva Rossmann – „Alles rot“
  • Hajo Steinert – „Der Liebesidiot“
  • Wolfgang Eggert – „MH-17-Falle“

Im Kulturhafen Riverboat:

Krekeler killt: Österreichische Kriminacht

  • Eva Rossmann, Ursula Poznanski, David G.L. Weiss, Theresa Prammer und Georg Haderer

Lesung und Gespräch:

  • DJ Westbam – „Die Macht der Nacht“
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