Ein Kommentar

Leseplätze

Mein Lieblingsleseplatz ist das Bett. Seit langem ist mir das Bett der schönste Wohnort. Ich schlafe dort, ich relaxe im Bett. Ich esse, schreibe und lese im Bett. Mein Bett vermittelt mir eine Art von Geborgenheit, in der ich anders arbeiten, denken und handeln kann. Freier. Unbedarfter. Das ist jahreszeitenunabhängig. Wenn wir draußen 30 Grad fühlen, weshalb alle in die Sonne streben, liege ich gerne im Bett. Nicht faul und schläfrig sondern aktiv und produktiv. Ich bin ein Drinnentyp.

Lieblingsleseplatz

Lieblingsleseplatz

Im Gegensatz zu vielen Menschen, die ich kenne, habe ich mir morgens eine Lesestunde etabliert. Das bedeutet, dass ich direkt nach dem Aufwachen mit halbgeschlossenen Augen in die Küche wanke, mir einen Kaffee zubereite und unter die noch warme Decke krieche. (Vor allem im Winter, wenn es draußen dunkel ist, ist das kaum zu überbieten!) Dort nehme ich mir eines meiner aktuellen Bücher und lese mindestens eine halbe Stunde. So, und nur so, kann ich sicherstellen, dass bei mir jeder Morgen mit einem wohligen, selbstgefälligen Lächeln beginnt. Lesen und Kaffee sind Frühstück und Lebenselixier.

Ein weiterer Lieblingsleseplatz in meinen vier Wänden ist mein Lesesessel. Vor ein paar Jahren haben wir unser Esszimmer in eine Art Bibliothek umgewandelt. Es gibt zwar noch den großen Esstisch, der dient aber tatsächlich mehr als Arbeitsplatz, denn als Esstisch. In einer »übriggebliebenen« Ecke habe ich dann einen Ohrensessel mit Hocker gestellt und finde es dort urgemütlich. Ich kann aus dem Fenster auf den Platz vor meinem Haus schauen, höre die gedämpften Stimmen von der Straße wie ein entspanntes, gleichförmiges Summen und kann mich richtig einkuscheln. Vor allem in der dunklen Jahreszeit ist dies mein »Place to be« mit einer schönen Kanne Tee und vielen Büchern um mich herum. Wenn es regnet, der Himmel sich schaurig verdunkelt und die Tropfen geräuschvoll auf die Fensterbank klopfen, fühle ich mich hier glücklich und dankbar.

Lieblingssessel

Lieblingssessel

In einem Forum diskutierte ich vor ein paar Jahren mit Lesern über weitere schöne Leseplätze in meiner Umgebung. Ja, lesen in Cafés und Gärten oder Parks klingt für mich auch toll. Aber praktisch war es immer irgendwie schwierig. In Parks oder Gärten finde ich es meist zum Sitzen sehr unbequem. Wenn ich auch zugeben muss, dass es in den Herrenhäuser Gärten eine Nische gibt, mit Brunnen, Hecken darum herum und ganz geheim, ab von den Hauptwegen, wo ich mich gerne mit einem Becher Kaffee, einer Picknickdecke und einem Buch verstecke. (Aber das bleibt unter uns …!)

Herrenhäuser Gärten

Herrenhäuser Gärten

In Cafés lese ich nicht so gerne, lasse ich mich doch von Menschen und Gesprächen zu oft ablenken und finde die Welt um mich herum spannender als das Buch. Ich schaue dann vorgeblich in meine mitgebrachte Lektüre, beobachte alles um mich herum und möchte am liebsten gleich aufschreiben, was meine Sinne konsumieren. So kann man nicht lesen.

Also bleibe ich dabei: Buch und Bett. Mein Lieblingsleseplatz.
Und ihr so?

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Ein Kommentar zu “Leseplätze

  1. Das Bett. 🙂
    Es ist der perfekte Rückzugsort, Leseplatz, Heimkino, Esstischersatz und Faullenzerecke in einem. Und aus irgendeinem Grund scheint mein Bett ganz gern auch eine neue Variante des Aufenthaltsbereichs für Gäste zu sein. Anstatt Stühle, schmeißt sich jeder in das Bett und scheint sich genauso wohl zu fühlen wie ich. 😀

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