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Projekt: Wohnen, wo andere Urlaub machen

Vertragsbindung

So. Es ist vollbracht. Die Tinte ist trocken. Die Tinte unter dem Vertrag, der mir bzw. uns einen 2. Wohnsitz auf unbestimmte Zeit zusichert. Es wirkt irgendwie noch sehr surreal obgleich der Gatte und ich ahnen, dass ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat.

Mietvertrag

Mietvertrag

Wohnen, wo andere Urlaub machen. Geträumt habe ich davon schon lange. Dann kamen die Menschen außerhalb meines Denkkreises. Dann kamen von Außen diese unendlichen ABERS. Kennen Sie die? Diese ABERS, die Ihnen mit erhobenem Zeigefinger etwas sagen wollen. Die Angst machen wollen. Die Zweifel schüren wollen. … ABER, habt ihr dies und das bedacht? …ABER, dort leben ist nicht wie im Urlaub. …ABER, das ist ja ganz schön kostspielig. ..ABER, was, wenn es euch nicht gefällt. …ABER, fahrt ihr die Strecke denn auch wirklich? ABER, was ist mit dem Geschäft? Wir hatten das Gefühl, uns regelrecht rechtfertigen zu müssen. Wo blieb eigentlich das: …ABER, das ist ja eine tolle Idee! ..ABER, das würde ich auch gerne tun! … ABER, ihr macht das richtig! ?

Pro und Kontra

Wir haben den ABER-Regen lange über uns ergehen lassen und uns viele Gedanken darüber gemacht. Das sind natürlich alles fundierte und gute Argumente (vor allem gegen das Neue). Dennoch konnte das eine einzige Pro-Argument nie k.o. geschlagen werden: ICH. WILL. ES. AUSPROBIEREN! Wenn man etwas Neues ausprobiert, besteht immer die Gefahr, auf die Nase zu fallen. In den letzten Monaten wurde allerdings die Angst, Chancen ungenutzt verstreichen zu lassen, größer, als die mit Neuem einen großen Fehler zu begehen. Ich bin schon häufiger mit neuen Ideen gestrauchelt, dennoch hatte es immer seinen Sinn: Es hat mich geformt, mir gezeigt, wer ich bin und mich um Erfahrung reicher gemacht. Soll ich mir das, aus unbelegten Zweifeln heraus, entgehen lassen?

Wohnen, wo andere Urlaub machen

Wohnen, wo andere Urlaub machen

Vielleicht wird es ja auch ganz toll? Vielleicht ist der Zweitwohnsitz für die nächste Zeit genau das, wonach ich gesucht habe? Vielleicht erfüllt es mich zur Gänze? Wenn nach einiger Zeit wieder etwas Neues ansteht, dann sind wir nicht gescheitert, sondern wir haben uns entwickelt. Die Erfahrung (wohnen, wo andere Urlaub machen) habe ich dann gehabt! Die kann mir keiner mehr nehmen. Sie wird mich reicher machen. Defintiv.

Das Projekt

Das Projekt läuft. Es bekommt ein Gesicht. Es macht etwas mit mir. Schmetterlinge im Bauch. Der Gatte und ich planen eine gemeinsame Wohnung einzurichten. Ganz sachte. Ganz vorsichtig. Nach etlichen Jahren Ehe, ist das, als würden wir, ganz frisch verliebt, gerade planen zusammenzuziehen. Wir schauen uns Küchen und Sofas an! Wir philosophieren über die Schönheit von Doppelbetten, Boxspringbetten und Systembetten. Ich sortiere alles aus, was wir im Haushalt doppelt oder nie benutzt haben. Geht alles mit in die Berge. Das macht Spass. Das ist etwas Neues. Das lüftet das alte Leben mal kräftig aus. Und ich möchte nicht mehr darauf verzichten.

Neubeginn

Neubeginn

Zwei Jahre habe ich uns auferlegt mit dem 2. Wohnsitz in den Bergen. Zwei Jahre werden wir brauchen, um alle Jahreszeiten dort entspannt erlebt zu haben. Zwei Jahre haben wir Zeit, das Geschäft so umzubauen, dass wir von überall aus arbeiten können. Dann werden wir entscheiden, ob es so bleibt oder wir wieder etwas anderes ausprobieren. Das Leben ist bunt. Ich freu mich drauf!

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Leipziger Buchmesse Teil 2 – Lesungen – #lbm15

Lesungen

Ich habe die diesjährige Buchmesse genutzt um mir Lesungen anzuhören. Nichts anderes. Nur Lesungen. Keine Workshops, keine Diskussionen, keine Gespräche, keine Vorträge. Nur Lesungen. Roman- und Sachbuchlesungen. Und ich habe interessiert die qualitativen Unterschiede zur Kenntnis genommen.

Am Freitag wollte ich zu der Lesung eines recht bekannten Autors eines, recht großen Verlagshauses. Ich freute mich sehr darauf und ging bewusst etwas früher zu dem Literaturforum da ich mir vorstellte, dass es sehr voll werden würde. Durch mein verfrühtes Erscheinen kam ich in den Genuss, noch 10 Minuten der Lesung eines anderen Autors mitzuerleben. Ein Krimiautor der toll reden, lesen und Spannung aufbauen konnte.

Wie erwartet war das Forum bereits sehr voll. Ich musste stehen, am Rande, kein Sitzplatz mehr frei. Kein Problem. Ich war fasziniert von dem vortragenden, mir unbekannten Autor und lauschte andächtig. Kurz vor Ablauf seiner Lesezeit kam dann der bekannte Autor. Er war groß, auffallend, selbstbewusst und nahm plötzlich all den Platz ein, der dem lesenden Autor zustand. Der bekannte Autor stellte sich dann direkt vor mich und eine kleine Gruppe Zuhörer und unterhielt sich laut mit seiner Entourage. Ich ärgerte mich sehr! Erstens empfand ich es als ungemein respektlos seinem Kollegen, dem lesenden Autor gegenüber, sich hier hinzustellen und sich laut zu unterhalten. Zweitens wollten wir, die dort standen, dem Autor zuhören, was so nicht mehr möglich war. Ich konnte weder zuhören noch zusehen. Spätestens, als man dem lesenden Autor gebot zum Ende zu kommen und die Besucher sich dann um die freiwerdenden Plätze stritten, beschloss ich zu gehen. Grotesk, lautete mein Urteil.

Mein Ding war es ohnehin, auf der Buchmesse die unbekannten Autoren aufzuspüren. Die, von denen man nie gehört hat, deren Bücher aber sicher nicht minder hochwertig sein werden. Bei meinen Besuchen merkte ich dann schnell, dass die Bücher sicher ähnlich hochwertig sind, aber die Lesungen leider nicht. Und wenn die Lesung schlecht ist, das merkte ich auch, ist es schwer, sich für ein Buch zu erwärmen. So, wie eine perfekte Lesung den unbedingten Wunsch des „Habenwollen“ auslöst, so kann eine schlechte Lesung eben das Gegenteil bewirken.

Buchmesse atmen

Buchmesse atmen

Du hörst die Lesung eines erfahrenen Autors. Der Verlag hat ihm/ihr jemanden zur Seite gestellt. Es wird ein Gespräch geführt. „Wie kamen Sie auf die Idee?“ „Wie haben Sie recherchiert?“ „Wie stelle ich mir Sie bei der Arbeit vor?“ etc. Man wird als Leser an das Buch herangeführt, erfährt viel über dessen Hintergrund und will ein Teil dieses Prozesses werden. Teilhaben. Ist gespannt. Ist neugierig. Ist aufgeregt. Ist fasziniert. Dann liest der Autor 2 – 3 Passagen. Idealerweise beginnt er mit einer sehr spannenden, interessanten Stelle, die einen gleich gefangen nimmt und endet mit einer Stelle, an der man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. Ich liebe das Enden von Lesungen mit den Worten „[…] und dann geschah plötzlich…!“ Ende der Lesung. Da kribbelt es gleich überall und man möchte auf jeden Fall der erste Kunde in der Messebuchhandlung sein.

Dann kommt die nächste Lesung. Der/die AutorIn kommt mit einem Verlagsmitarbeiter an das Pult. Der Verlagsmitarbeiter sagt: „Das ist AutorIn XY, der/die wird nun für Sie lesen. Unser Stand ist da hinten. Viel Spaß.“ Und geht. Zurück bleibt ein unsichere/r, alleingelassene/r AutorIn, der/die irgendwie versucht, die halbe Stunde herumzukriegen. Er/Sie stottert, liest viel zu schnell und viel zu leise. Ich kann nichts verstehen. Das Mädel am Mischpult, das die Mikros regelt macht gerade eine kurze Pause, nachdem der wichtige Autor gegangen ist. Immer mehr Zuhörer stehen während der Lesung auf und gehen. Ich weiß gar nicht worum es geht und je länger ich bleibe, desto weniger interessiert es mich. Am Schluss verabschiedet sich der/die AutorIn bei den verbliebenen 3 Zuhörern und sagt: „Danke, dass Sie geblieben sind. Das war meine erste Lesung.“

Das tut mir leid. So kann man leider keine Bücher verkaufen. Lesungen sind wichtig. Und die Autoren haben sich alle gut vorbereitet, aber ein wenig mehr Unterstützung von allen Seiten, wäre wünschenswert. Die Diskrepanz zwischen ohnehin bereits erfolgreichen Autoren und unbekannten Autoren ist bei Lesungen groß. Wenn du einen Namen hast, kriegst du jeden Support. Wenn nicht, musst du alleine klarkommen. Und: Lesungen sind, habe ich hier gemerkt, entscheidend wichtig für einen Buchkauf. Bei mir jedenfalls stand und fiel das Interesse für einen Buchkauf mit der interessanten Lesung.

Ich habe übrigens auch Lesungen mit durchaus bekannten Autoren gesehen und der Verlagsmitarbeiter war dennoch absolut desinteressiert. Das war peinlich. Da hat es dann aber die Autorin mit ihrer interessanten und offenen Art rausgerissen. Und: Ich habe Lesungen von unbekannten, alleingelassenen Autoren gesehen, die toll waren und deren Bücher ich mir in jedem Fall besorgen werde.

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Leipziger Buchmesse 2015 – 1. Teil

Normalerweise kann ich die Leipziger Buchmesse, die ich als Leser favorisiere, kaum erwarten. Bepackt mit meinem „Leipzig liest“-Büchlein und 25 Textmarkern eile ich mit wehenden Fahnen zum Messegelände. Dieses Jahr ist es irgendwie anders. Ich bin nicht voller Vorfreude. Am Morgen in meinem Hotelzimmer vertreibe ich mir die Zeit mit Arbeit, Mails schreiben, etc und denke gegen 12 Uhr, jetzt müsste ich aber doch mal los.

Der Himmel ist trübe und grau; kleine, feinste Sprenkler Wasser toben durch die Luft, die erst noch Regentropfen werden wollen, wenn sie groß sind. Ganz routiniert schlage ich den Weg vom Hotel zum Hbf in Leipzig ein, den Kopf beinahe ganz in meinen Jackenkragen geduckt, die Hände in den Manteltaschen vergraben, und hole mir bei meinem Standardbäcker erstmal eine kräftige Portion Koffein to go. Damit schlendere ich gänzlich stressfrei zur Bahn und tuckere mit der rumpelnden Straßenbahn Richtung Messe Leipzig. Dort ausgestiegen fließe ich mit der Masse zu den Gebäuden, nutze den Eingang, den ich immer nehme, entledige mich meiner Jacke an der Garderobe, wo ich sie immer abgebe und frage mich, auf dem Weg zur Halle 2 auf der Rolltreppe, warum ich wohl alles so mache, wie ich es immer mache, auch wenn es nicht wirklich Sinn ergibt.

Obwohl man sagen würde, dass es für Donnerstagmittag recht überschaubar auf der Messe ist, nerven mich die Menschen. Überall bleiben sie stehen, gehen zu langsam und hindern mich am Fortkommen, obgleich ich gar kein Ziel habe. Ich bin enttäuscht von mir. Normalerweise renne ich wie elektrisiert über die Messe! Dieses: Oh, Bücher, überall Bücher, will ich alle haben, will ich alle lesen!!!-Gefühl ist nicht da. Dabei hat mein diesjähriger 2-Tagesbesuch eigentlich nur das Ziel, so viele Lesungen wie möglich zu hören. Ganz privat. Nur weil es so schön ist.

Ich suche mir die 1. Lesung aus und pilgere zum Forum. Dort treffe ich den Gatten, der fröhlich schon den ganzen Vormittag hier war und alles ganz toll findet. Ich nörgle etwas herum (zu viele Menschen, schlechte Luft, zu lange Wege…), dann spendiert mir der Gatte erstmal einen frisch gepressten Orangensaft und einen Crêpe. Ja, okay, das hilft. Kulinarisch kriegt man mich immer. Ich fühle mich plötzlich viel frischer und kann die Bücher atmen. Ab jetzt schaffe ich es wieder alleine. Ich suche mir eine weitere Lesung heraus und lege los. Bis 18 Uhr von einer Lesung zu nächsten. Ich lächle, habe Spaß und kann nicht genug kriegen. Ah, du schöne Büchersucht, da bist du ja wieder.

Auch am Abend wird sich keine Pause gegönnt. Um 19 Uhr mit dem Staßenbähnle zurück zum Hotel, umziehen, einmal übergepudert und auf geht’s zum Kulturhafen Riverboat. Bei Wein und Bockwurst lauschen wir sichtlich vergnügt den Lesungen 5 Österreichischer Krimi-Autoren. Im Anschluss trägt noch DJ Westbam aus seinem biografischen Werk vor. Aber nun reicht es. Wir sind gegen Mitternacht wieder im Hotel, nehmen noch einen Schlummertrunk an der Bar und gehen zufrieden in unser Hotelbettchen. Morgen auf ein Neues. Ich freue mich.

Meine gehörten Lesungen auf der Messe:

  • David Gray – „Kanakenblues“
  • Anja Koeseling, Heike Abidi – „Vorsicht, Schwiegermutter!“
  • Eva Rossmann – „Alles rot“
  • Hajo Steinert – „Der Liebesidiot“
  • Wolfgang Eggert – „MH-17-Falle“

Im Kulturhafen Riverboat:

Krekeler killt: Österreichische Kriminacht

  • Eva Rossmann, Ursula Poznanski, David G.L. Weiss, Theresa Prammer und Georg Haderer

Lesung und Gespräch:

  • DJ Westbam – „Die Macht der Nacht“
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The Grand Ahrenshoop

Über ländliche Gefilde Mecklenburg-Vorpommerns angereist, spürt man schnell die Weite des Darßes und die Unendlichkeit von Himmel und Meer.

Erster Eindruck
Das Hotel The Grand Ahrenshoop macht einen sehr modernen Eindruck.

The Grand Ahrenshoop

The Grand Ahrenshoop

Die Halbrundfassade aus bodentiefen Fenstern beeindruckt. Die Hotelbauten rechts und links davon erinnern entfernt an ein Kreuzfahrtschiff, von dem aus man in die Ferne schauen möchte. Dennoch ist der Eingangsbereich sehr kühl gestaltet und fühlte sich erstmal nicht so herzlich an.

Eine lange Treppe führt zum Empfangsbereich, der durch seine Weitläufigkeit

Treppe

Treppe

besticht. Sofort werden wir von einem Angestellten in Empfang genommen und der Check-In dauert gefühlt nur Sekunden. Für alles ist sofort eine Lösung parat (so schafft man uns im Anfangsbereich der Tiefgarage einen Parkplatz für unseren Transporter, für den die Höhe der Tiefgarage normalerweise nicht ausgereicht hätte). Im Nu ist auch das Gepäck auf dem Zimmer und schon sind wir allein. Der Urlaub kann beginnen.

Allgemein
Das Hotel ist in einem Topzustand. Ansprechende Flure, weitläufiger Lobbybereich mit Panoramabistro und Loungeecke vor bodentiefen Fenstern mit Blick aufs Meer.

Loungesitzgruppe

Loungesitzgruppe

Unser Lieblingsplatz war mit Buch in der Loungesitzgruppe, wobei die Inbetriebnahme des Kamins unser Glück vervollständigt hätte. Auch die Bar im Panoramabistro blieb während unseres Aufenthalts geschlossen. Unverständlich, da für uns der schönste Bereich im Hotel. Das ganze Hotel macht einen sehr sauberen und gepflegten Eindruck.

Piano

Piano

Da wir keine Kinder haben, aber stets mit großem Hund reisen, schreibe ich statt zur Familienfreundlichkeit etwas zur Hundefreundlichkeit.
Auf dem Zimmer lag für Gerda nicht nur eine Schmusedecke vom Hotel parat, sondern es war auch eine Trink- und Fressschale inkl. Leckerlies bereitgestellt. Das fanden Hund und Menschen toll.
Etwas eigenartig mutete allerdings der Hinweiszettel »Hunde-Etikette« an. Er enthielt Stichpunkte wie: Hund im Hotel an die Leine, nicht in den Spabereich etc., was eigentlich klar ist. So etwas habe ich bisher in keinem Hotel vorgelegt bekommen. Fakt ist aber, dass alle Angestellten des Hauses äußerst freundlich und liebevoll auf unsere Gerda reagiert haben. Das war schön und ist nicht selbstverständlich.

Gerda ist zufrieden

Gerda ist zufrieden

Service
Generell lässt sich festhalten, dass in diesem Hotel alle Angestellte (außer evtl. die Zimmereinigung – dazu später mehr) sehr kompetent, hilfsbereit und freundlich waren. Vor allem bekamen wir eine Freundlichkeit zu spüren, die nicht aufgesetzt wirkte und einen Wohlfühlcharakter hatte. Egal, ob Rezeption, Restaurant, Bar oder Spa. Durch die Mitarbeiter entsteht im Hotel ein sehr angenehmes Klima.

Auf unsere Fragen und Wünsche wurde kompetent und schnell reagiert. Viele Wünsche gab es allerdings auch nicht zu erfüllen.

Gastronomie
Das Frühstück war jeden Tag ein Quell der Freude. Vor allem durch die Dauer. Frühstück gab es bis 11 Uhr. Auch um 11 Uhr wurde nicht stressmäßig abgebaut, sondern bis zum letzten Gast waren alle Frühstücksutensilien verfügbar. Der Service war toll. Eindecken, Getränkeabfrage und Abräumen liefen ohne, dass man sich einmal suchend umblicken musste. Ruhig und entspannt. Beim Frühstück lief schöne, chillige Musik, es gab Zeitungen und einen gigantischen Blick aufs Meer.

Panoramabistro

Panoramabistro

Das Restaurant am Abend besuchten wir nur einmal. Die Preise sind sehr hoch, dafür ist aber das, was man bekommt auch sehr hochwertig. Wir haben Menü gegessen. Es sei hervorzuheben, dass ich als Vegetarier hier (wie selten bei einer gehobenen Küche) richtig gut und kreativ gegessen habe. Das hat mich sehr gefreut. Auch die korrespondierenden Getränke waren exzellent. Unser Champagner als Aperitif war leider abgestanden. Auf unseren Hinweis gab es sofort, mit einer Entschuldigung, einen (sehr großzügig eingeschenkten) Ersatz. Zum Dessert kredenzte man uns zwei hervorragende Dessertweine aufs Haus und auch der vom Kellner empfohlene Digestif war ein Hochgenuss. Wir wurden also großartig betreut und hatten einen tollen Abend.

Zusätzlich genossen wir, nach einem Hinweis im hoteleigenen Faltblatt, eine traditionelle Teatime. Man muss diesen Wunsch einen Tag vorher anmelden, aber dann steht alles zur gewünschten Zeit parat. Diverse Teesorten, Samowar, eine große Etagere mit Sandwiches, den weltbesten Scones ever, clotted Cream and Jam. Sehr, sehr lecker!

Sport, Pool, Unterhaltung
Ahrenshoop im Februar. Das muss man mögen. Hier ist schlicht nichts los. Für uns genau das Richtige, genau die Jahreszeit, die wir uns gewünscht haben. Man kann hier unendlich lange Spaziergänge am Strand machen, die klare Luft einatmen und dann zu einem schönen Grog irgendwo einkehren. Was uns auffiel: Ahrenshoop macht sich etwas aus gutem Kuchen. Wir waren schon oft in Ostseebädern, wo man in Cafés für viel Geld schnöden Tiefkühlfertigkuchen bekam. Nicht so in Ahrenshoop. Egal, wo wir einkehrten (auch im The Grand Ahrenshoop), gab es leckeren, frischen Kuchen in großer Auswahl.

Am Strand

Am Strand

Der Spabereich ist herrlich zum Entspannen. Wir haben meist abends am Pool gelegen und gelesen. Die Gäste sind entspannt, der Poolbereich ist sehr sauber und es sind zu jeder Zeit Handtücher etc. zur Verfügung. Der Pool hat eine angenehme Schwimmgröße, es gibt eine extra Kinderschwimmzeit und der ganze Bereich ist sehr ansprechend gestaltet.
Das Fitnessstudio ist mit neuesten Geräten ausgestattet und es gibt auch im ruhigen Februar ein ausreichendes Sportkursangebot.

Zimmer
Wir hatten eine Suite gebucht und waren im ersten Moment etwas enttäuscht. Zunächst mal lag unser Zimmer in der 1. Etage, so dass man in erster Linie Blick auf die Straße und beim 2. Hinsehen erst aufs Meer hatte (das Hotel ist auf Werbebildern so geschickt fotografiert, dass man gar nicht wahrnimmt, dass es eine Straße zwischen Hotel und Strand gibt). Außerdem stellte ich mir unter einer Suite 2 Räume vor, wir hatten nur einen großen Raum.

Schlafbereich

Schlafbereich

Dennoch fühlten wir uns während des Aufenthaltes in unserem Zimmer sehr wohl. Der Raum war sehr hell, mit bodentiefen Fenstern, und zum Aufwachen direkt aufs offene Meer zu sehen ist Luxus pur. Unser Zimmer war von einem großzügigen Balkon umfasst und hatte ein ausreichend großes Bad mit Wanne und separater Dusche.

Wohnbereich

Wohnbereich

Einziges Manko war für uns die Dame von der Zimmerreinigung. Trotz dem wir immer wieder das Schild »bitte nicht stören« draußen hängen hatten und/oder, dass der Hund alleine auf dem Zimmer ist, klopfte die Dame und fragte, wann sie sauber machen könne. Wenn ich nicht gestört werden will, ist ein Klopfen und Fragen leider inakzeptabel. Andere Hotels hinterlassen z.B. eine Karte mit einem Text wie: Sie wollten nicht gestört werden, falls Sie etwas benötigen, melden Sie sich unter Nr xxx. Es machte den Eindruck, als dürfe die Zimmerdame erst dann Feierabend machen, wenn unser Zimmer sauber ist, was dann wohl eher Politik des Hauses ist.

Man muss dazu sagen, dass wenn sie das Zimmer sauber machte, auch leider etwas oberflächlich zu Werke ging. Die Wanne, trotz Haaren am Rand wurde nie geputzt, die Betten nicht ordentlich gemacht und der Seesand von einer Ecke in die nächste gekehrt. Uns hat das nicht gestört, ich sauge zu Hause auch nicht jeden Tag, aber ich will es hier nicht unerwähnt lassen, da die Zimmersauberkeit auch mit zum Service gehört.

Fazit
Wir hatten eine tolle Woche in einem großartigen Hotel. Wir haben uns super erholt und würden auf jeden Fall wiederkommen.

Weiterempfehlung
Ja. Definitiv

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Januar 2015

Dieses Jahr ist gebraucht. Vom ersten Tag an. So kann es doch nicht weitergehen. Oder? ODER???
Neujahr. 1.1.2015. Sonst für mich ein Tag, den ich verkatert mit Fiesfraß und Traumschiff auf dem Sofa verbrachte und tunlichst Besserung in allem gelobte. Der einzige Tag im Jahr, an dem ich mir so etwas wirklich glaubte. Doch an diesem ersten Tag im Jahr war alles anders.

Das Paradies verlassen müssen

Wir hatten das Weihnachtsgeschäft erfolgreich gemeistert und auch die Festtage mehr oder weniger stressfrei hinter uns gebracht. Zur Belohnung hatten wir 7 Tage Urlaub mit Bergpanorama, Schnee und Erholung satt geplant. Auch Silvester liebten wir über alles und freuten uns sehr auf unsere erste Party mit Gerda, dem Hundetier. Aus alledem wurde nichts.

Allgäu 1.1.2015

Allgäu 1.1.2015

Der Himmel stach brutal blau in mein Herz. Die sich im tiefen Schnee reflektierende Sonne brannte in meinen Augen. Eiskalte, klare Winterluft verätzte in meine Lungen.  Die weiße, glitzernde Berglandschaft spuckte auf mich, als wir nach nur 3 Tagen den Urlaub abbrechen mussten und den Wagen in Richtung Autobahn gen Norden lenkten. Ein Familienmitglied war lebensbedrohlich erkrankt und so war es keine Frage, dass wir zurückkamen und helfen wollten, so gut es ging. Dennoch konnte ich mir ein Tränchen nicht verkneifen, dieses Paradies verlassen zu müssen.

Der Whisky am Kamin

Die erste Woche des Jahres war gänzlich auf die Krankheitsumstände des Genesenden konzentriert. Dazu mieteten wir uns in der Nähe in einem kleinen Landhotel ein, um die Besuche leichter durchführen zu können. Dieses kleine Hotel empfing uns mit so viel Wärme und Feingefühl, dass es eine wahre Freude war jeden Abend dorthin zurückzukehren. Unser Zimmer war bis ins kleinste Detail in Wohlfühlatmosphäre gehüllt. Naturfarben, traumhafte

Landhotel

Landhotel

Betten, XXL-Decken, Kuschelkissen, Dekoration, Wellnessdusche, Badewanne und natürlich eine perfekt ausgestattete Minibar.
Die Besuche im Krankenhaus waren anstrengend. Das ständige Schwanken zwischen Hoffnung und Mutlosigkeit. Jeden Abend, als wir ins Hotel heimkehrten, gingen wir spät noch ins Restaurant, setzten uns an den noch sachte glimmenden offenen Kamin und genossen einen Whisky. Man kannte uns, aber man fragte nichts, wir schwiegen erschöpft und dankbar.

Rebooten

Irgendwann mussten wir wieder nach Hause. Mussten wieder Lebensunterhalt verdienen. Mussten wieder in unser Leben finden. Das Geschäft wieder »hochzufahren« und in den Alltag zurückzukehren fiel uns schwer. Abgelaufene Deadlines, technische Pannen, nörgelnde Kunden und dann dieses Grau-In-Grau hier, ließen eine nicht gekannte Leere und Sehnsucht entstehen, die das Fernweh schürrte. Wollen wir überhaupt wieder ankommen? Ist das noch das richtige Leben für uns? Oder ist der Zeitpunkt gut für einen Neustart?

Obdachlos?

Der erste Monat des Jahres neigt sich dem Ende zu. Dem Patienten geht es viel besser. Es macht Spaß, das mit eigenen Augen zu sehen.

Nun kam aber noch abschließend in diesem Januar die Nachricht, dass unsere geliebte Wohnung verkauft werden soll. Meldet da jemand Eigenbedarf an, müssen wir gehen. Vermutlich der Beginn vom Ende einer traumhaften Zeit, der einem bewusst macht, dass wir doch genau am richtigen Ort sind. Sonst wären wir kaum so schockiert und würden uns nicht weigern den Gedanken, raus zu müssen, zu akzeptieren. Ist das der Neustart, den wir uns irgendwie herbeigewünscht haben? Werden wir gerade aus dem Nest gestoßen?

Cheers Silvester

Cheers Silvester

Ich habe keine Ahnung, wie sich alles entwickeln wird. Ich weiß nur, dass dieser Jahresstart nicht gut war. Ich plane nun also ein neues Silvester. Ich werde ganz groß feiern. Mit Bleigießen, Dinner for One, Ekel Alfred, Raclette und Trararara um Mitternacht. Es wird einen Wiener Walzer geben und Feuerwerk von DVD. Ich lasse mir den Jahreswechsel und damit die Chance auf einen verkaterten Neuanfang mit guten Vorsätzen nicht nehmen und ich werde nicht ein Jahr warten. Der Termin steht noch nicht fest, aber die Party wird steigen und dann … dann erst beginnt mein Jahr 2015.

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Wir schenken uns nichts

Der Regen fällt duschwasserwarm wie ein Vorhang vom Himmel. Die winterlichen Temperaturen pendeln sich auf föhnige 12 °C ein. Traurig hängen Äste von Bäumen herab, als wollten sie einmal über den schlammigen Boden streichen. Das Tageslicht wechselt von stockduster über dunkel zu dampfgrau und wieder zurück. Man fühlt es sofort: Es ist Weihnachten. Mich überkommt in diesen vier bedeutungsschwangeren Adventwochen immer ein kindischer Übermut. ICH LIEBE Weihnachten. Tja!

Ich dekoriere meine Wohnung. Alles wird warm und hell beleuchtet, der Baum aufgestellt und dann die Listen … An wen möchte ich denken? Wem schreibe ich eine Karte? Mit wem werde ich Weihnachten zusammen sein?
Und dann kommt er unweigerlich irgendwann. Der Satz:

Wir schenken uns doch nichts.

Nein? Ich bin ein Schenker. So ist das. Ich schenke gerne. Ich mache mir Gedanken. Ich freue mich über meine tollen Ideen. Ich besorge Geschenkpapier in allen Farben, habe ein Faible für Schleifenband und ich zelebriere den vorbereitenden Akt des Schenken. Aber ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass das Schenken, dieser profane, nackte, völlig forderungsfreie Akt, einen total negativen Ruf hat. Schenken wird als lästig empfunden. Sich Gedanken über seine Familie, den Partner und Freunde zu machen, sich Mühe zu geben, jemanden zu überraschen und zu erfreuen scheint in unserer Gesellschaft eine schlichte Tortur zu sein. Schenken oder beschenkt werden, eine Belastung? Finde nur ich das total grotesk?

Jetzt habe ich gar nichts für dich!

Es geht aber noch weiter. Ich kann ja sagen, gut, schenkst du mir nichts, aber ich habe Lust, dir eine Freude zu machen und mich dann daran zu erfreuen. Wenn das so einfach wäre. Denn häufig erlebt man dann, dass der Beschenkte noch vorwurfsvoll reagiert: »Wir wollten uns doch nichts schenken. Jetzt habe ich gar nichts für dich!«
Der Beschenkte empfindet es folglich nicht nur als Last und Dealbreaker, dass man doch ein Geschenk besorgt hat. Er hat auch noch Schuldgefühle, weil er sich nicht revanchieren kann. Du darfst also nur ein Geschenk annehmen, wenn du eine Gegenleistung bringst? Ansonsten bitte beschämt in die Ecke stellen? Läuft das nicht dem Akt des Schenkens total zu wider? Ist Schenken nicht, per Definition, OHNE Gegenleistung zu werten? Woher kommt dieses Gefühl der Menschen, nichts schuldig bleiben zu wollen? Bei Freunden? In der Familie? Da sollte es gar keine Schulden geben können. Da macht man Dinge gerne und selbstverständlich. Oder nicht?

Freude bereiten ohne Hintergedanken

Nein, wenn ich etwas schenke, möchte ich jemandem und mir eine Freude machen. Schöne Momente. Ich möchte nichts zurück bekommen, außer ein Lächeln und schon gar keine Schuldgefühle. Und ich empfinde es als außerordentlich traurig, dass wir uns von Arbeit, Alltag und Stress so verschlucken lassen, dass keiner mehr Lust hat sich zu Weihnachten etwas zu schenken. (Und damit meine ich natürlich kein Geschenkewettrüsten um Eindruck zu schinden). Ich schreibe hier von Vorfreude, Freude und Aufrichtigkeit.

Lasst euch doch beschenken ohne Schuldgefühle und gebt euch Mühe bei denen, die euch wichtiger sein sollten, als Arbeit, Stress und Hektik. Es ist das Fest der Liebe. Ich liebe Weihnachten. Und ich beschenke meine Liebsten. Basta!

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Der Flügel

Vor etwa einem Jahr erfüllte ich mir einen Traum. Ich nahm Klavierunterricht. In Ermangelung eines Übungsgerätes lieh ich mir in der Musikschule ein E-Piano. Für meine stümperhaft kläglichen Klangversuche ausreichend. In dem Institut, das ich wöchentlich zum Unterricht besuche, steht ein nettes anwohner- und nachbarnfreundliches digitales Piano von Thomann, auf dem ich herumklimpern darf. Ich mag das Spielen auf Tasten. Fortschritte sind erkennbar, die darin gipfeln sollten, dass ich mich lässig whiskeyschwanger nachts um drei Uhr in einer Bar an das Klavier werfe und jazzige Balladen schmettere. Davon bin ich Galaxien entfernt, aber Übung …

Beim Plaudern mit meinem charmanten, enthusiastischen Lehrer, der mit seinem feinsinnigen Gehör zu leiden hat, stellten wir vor vielen Monaten fest, dass ich noch nie auf einem echten Klavier gespielt habe. Mich hat das nicht gestört. Ich kenne den Unterschied nicht. Vorgestern Nacht erreichte mich dann eine Nachricht meines Lieblingsklavierlehrers über den Termin der nächsten Stunde und das ich am nächsten Tag an einen anderen Ort kommen sollte.

Strömender Regen. Nachtschwarzer Himmel. Schmerzhafte Kälte. Das feuchte Himmelsnass tropfte mir von der durchweichten Pudelmütze, während ich mit dem Fahrrad zum Unterricht fuhr. Mir froren die klammen Finger ab. Dezember in Hannover. So war die Laune, als ich zehn Minuten zu spät zum Unterricht eintraf.

Mein Klavierprofi, anfangs leicht angesäuert über die Verspätung, führte mich durch lange Flure und viele Treppen hinauf. Ich verstand den Ortswechsel noch immer nicht, bis er eine Tür öffnete.

Klavier

Klavier

Dort stand er! Majestätisch, edel, erhaben und unfassbar schön. Mein Pianodozentissimo hatte mir als verfrühtes Weihnachtsgeschenk einen Traum erfüllt. Ein Übungsraum mit einem richtigen Konzertflügel. Vor Ehrfurcht hielt ich den Atem an und ging stumm um das Instrument herum. Es ist nicht einfach nur ein Instrument. Es ist ein Statement. Dieser Flügel, lackschwarz, glänzend, beinahe arrogant, von Steinway & Sons machte einen Raum erst zu einem Raum. Und wenn er dort stand, wo er stand, dann galt ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit. Es gab keine anderen Götter neben ihm.

Nachdem sich meine Ehrfurcht gelegt hatte, zeigte mein Traum-Klavierlehrer mir die technischen Details. Dann … dann durfte ich spielen. Es funktionierte! Der Flügel und ich schlossen Freundschaft von der ersten Sekunde an. Ich wollte mich schon verfrüht für meinen Dilettantismus entschuldigen, aber dann merkte ich, dass Finger und Tasten sich mochten. Es war irgendwie weich und trotz rückenlehnenfreiem Hocker konnte ich mich in die Klänge hineinlegen. Fühlen. Genießen. Es war berauschend.

Flügel

Flügel

Die Zeit flog viele zu schnell vorbei und plötzlich stand ich wieder draußen, allein mit dem Regen und der Dunkelheit. Aber jetzt mit einem warmen Lächeln im Gesicht. Danke dafür!